Machen Sie Mädchen stark – Jetzt Pate werden mit Plan

Dramatische Phänomene den einzelnen Regionen

"Niemand darf der Folter oder erniedrigender, unmenschlicher oder grausamer Behandlung unterworfen werden."
(Artikel 5 der UN-Menschenrechts-Charta)

Die Kammern
In jeder Region kannst du eine separate Kammer betreten, in der ein typisches, dramatisches Phänomen auf berührende Weise dargestellt wird.

WICHTIG
Die Kammern haben wir so gestaltet, dass sie die Besucherinnen und Besucher - vor allem Kinder vor einer ungewollten Konfrontation schützen. Du kannst also selbst entscheiden, ob du den Raum betreten möchtest oder nicht.

Die folgenden Themen sprechen für sich und bedürfen keines Kommentars der gastgebenden Mädchen.

Weibliche Genitalverstümmelung

"Am Anfang haben mich die Schreie der Kinder sehr verwirrt. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt."
(Zitat einer Beschneiderin)


Weibliche Genitalverstümmelung wird in fast dreißig Ländern Afrikas praktiziert. Der Eingriff bedeutet für die Mädchen unvorstellbare Schmerzen, die nur den Anfang meist lebenslanger Folgeprobleme darstellen. Sterben die Mädchen nicht bereits während des Eingriffs oder kurz danach durch Schock und Blutverlust bzw. Blutvergiftungen, kommt es im späteren Leben in der Regel zu chronischen Infektionen und lebensgefährlichen Komplikationen bei Geburten.

In dieser Kammer hört man Aussagen zum Thema Genitalverstümmelung, es gibt eine Vitrine mit Beschneidungswerkzeugen wie zum Beispiel eine Glasscherbe, eine rostige Rasierklinge, ein Stück Blech und ein Messer. Des Weiteren werden in der Kammer die Mythen zum Thema Genitalverstümmelung, die persönliche Realität in Bezug auf Gesundheit und Sexualität, die Beschneiderin sowie die gesellschaftliche Realität beleuchtet.

Abtreibung weiblicher Föten in Indien

"Ein Mädchen großziehen heißt, den Garten des Nachbarn zu bewässern."
(Indisches Sprichwort)


Das Geburt von Söhnen sichert den Erhalt der Familie oder eines Clans. Der Familienname wird weiter getragen, die Söhne versorgen im Alter ihre Eltern, während eine Tochter in die Familie ihres Ehemanns zieht. Die Verheiratung von Töchtern stellt eine wirtschaftliche Belastung dar, weil hohe Aussteuern zu finanzieren sind.

In dieser Kammer gibt es Fotos von indischen Mädchen und Frauen, dazu hört man Statements zum Thema Abtreibung weiblicher Föten in Hindi und in Deutsch.

Geschlechtsspezifische Gewalt in den Anden

Viele Mädchen werden regelmäßig geschlagen und missbraucht. Körperliche Bestrafung der Kinder gehört in vielen Familien zum Alltag, da die Eltern nicht wissen, wie sie sonst ihre Kinder erziehen können. Außerdem haben sie es selbst erlebt und sind der Meinung, dass Schläge nicht schädlich sind.

In dieser Kammer machen Fotos aus Dörfern, Haushalten, von Menschen und dazu Printtexte während der Installation das Ausmaß geschlechtsspezifischer Gewalt deutlich. Im Hintergrund hört man Alltagsgeräusche aus den Anden.
Weil wir Mädchen sind... Eine Erlebnisausstellung von Plan International Deutschland e.V.
16. Mai bis 17. Oktober 2010 | Museum am Schölerberg Osnabrück

zoom