Machen Sie Mädchen stark – Jetzt Pate werden mit Plan

Hannoversche Allgemeine Zeitung | 16. Januar 2006

Mädchen stehen im Mittelpunkt

Auf die weltweite Ungleichbehandlung von Mädchen hinweisen – das will die vom Kinderhilfswerk Plan International konzipierte Sonderausstellung „Weil wir Mädchen sind …“, die Senta Berger als Schirmherrin im Historischen Museum eröffnet hat.

Diese Geschichte wird Senta Berger nie vergessen. Immer wieder hat man sie ihr erzählt. „Als meine Mutter 15 Jahre alt war, starb meine Großmutter“, berichtet die Schauspielerin. Danach habe sich das Leben von Therese Jany rapide verändert. Sie musste von heute auf morgen die Schule verlassen und die Geschwister versorgen, ihr größerer Bruder aber durfte weiterlernen. Senta Bergers Mutter schaffte es dennoch, Lehrerin zu werden. „Damals begriff ich, wie wichtig es ist, als junges, unsicheres Mädchen Ziele zu haben und ermutigt zu werden, diese zu verfolgen“, sagt die heute 64-Jährige. Mut machen und auf die weltweite Ungleichbehandlung von Mädchen hinweisen – das will auch die vom Kinderhilfswerk Plan International konzipierte Sonderausstellung „Weil wir Mädchen sind …“, die Berger gestern als Schirmherrin im Historischen Museum eröffnet hat.

Drei Mädchen stehen im Mittelpunkt der Schau: Asha aus Indien, Djenebou aus Afrika und Yoselin aus Ecuador. Je nachdem, welchen Eingang der Besucher wählt, „reist“ er in eines dieser Länder. Dort sind die Protagonistinnen abgebildet und nehmen die Gäste mit in ihre Lebenswelt, sie erzählen per Tonband von ihren Träumen und Wünschen, aber auch von ihren Schwierigkeiten. Ob der Besucher sich mit diesen konfrontieren lassen will, bleibt ihm aber selbst überlassen: Themen wie Beschneidungen, Abtreibungen oder Gewalt gegen Mädchen werden in gesonderten Räumen gezeigt.

Auch das Alltägliche kommt nicht zu kurz: Bei Djenebou kann man Hirse stampfen oder versuchen, einen Wassereimer auf dem Kopf zu balancieren, bei Yoselin sitzt man an einem Webstuhl. So erfährt der Besucher auf spielerische Weise viel von der Welt, in der die Mädchen leben – aber in der Auseinandersetzung mit der Ausstellung auch einiges von seiner eigenen, die sich manchmal gar nicht so sehr von der Ashas oder Yoselins unterscheidet. Junge Besucherinnen, die gestern im Historischen Museum waren, kamen jedenfalls schnell ins Nachdenken über ihren eigenen Alltag. Ihr sei wichtig, „dass ich in die Schule gehen darf und Spaß am Leben haben kann“, sagte die zwölfjährige Medona Krasniq aus Kleefeld. Und die zehnjährige Venezia Müller meinte, sie fühle sich stark, „weil meine Freunde und meine Familie in meiner Nähe sind“.

Am Schluss der Schau können sich alle ein Stoffstückchen nehmen, darauf ihre Wünsche notieren und an die Wände hängen. Schon gestern waren dort die ersten Anmerkungen zu lesen. Der häufigste Wunsch? „Freude und Liebe.“

Die Sonderausstellung „Weil wir Mädchen sind …“ ist bis zum 23. Juli im Historischen Museum, Pferdestraße 6, zu sehen. Geöffnet ist dienstags und donnerstags von 10 bis 19 Uhr, mittwochs sowie freitags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene fünf Euro. Für HAZ-Abonnenten gibt es zwei Eintrittskarten zum Preis von einer. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.haz.de.

hs


Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Weil wir Mädchen sind... Eine Erlebnisausstellung vom Kinderhilfswerk Plan
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