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| Machen Sie Mädchen stark Jetzt Pate werden mit Plan |
Leipziger Volkszeitung | 1. November 2007
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Von bunten Tattoos und bitteren Schicksalen
Ausstellung lädt zur Reise durch Mädchenwelten
Wie ist es, als Mädchen in Indien aufzuwachsen? In einer Gesellschaft, in der Jungen die Welt offen steht und Mädchen wenig gelten. In der der Alltag aber auch bunt ist. Wo Hände beispielsweise mit geheimnisvollen Henna-Mustern bemalt werden. Oder wie ist es, ein Mädchen im Sahel zu sein, wo das Wasser knapp ist? Wie wird dort Hirse gestampft oder ein Krug auf dem Kopf transportiert? Diese und viele andere Fragen will die Ausstellung "Weil wir Mädchen sind..." beantworten, die seit Dienstag im Alten Rathaus auf völlig neue Art und Weise präsentiert wird. Asha aus Indien, Yoselin aus Ecuador und Djenebou aus Mali bitten dort die Besucher, die die Räume durch eine mit schwarzem Stoff verhangene Schleuse betreten, auf eine interaktive Reise. Sie sollen den Alltag der Drei in Asien, Lateinamerika und Afrika miterleben und verstehen können. "Es ist keine ethnologische Ausstellung. Vielmehr wollen wir zur Diskussion anregen, in welcher Situation sich Mädchen und junge Frauen befinden", so Museumschef Volker Rodekamp.
Die Schau, die erstmals im Osten Deutschlands zu sehen ist, wurde vom Kinderhilfswerk Plan International Deutschland erarbeitet. In Hannover war die Ausstellung, deren Schirmherrin die Schauspielerin Senta Berger ist, ein Publikumsrenner. Das wünscht sich Schauspielerin Marion Kracht, die sich ebenfalls im Kinderhilfswerk engagiert und zur Eröffnung gekommen war, auch für Leipzig. "Mädchen verdienen unser aller Unterstützung", so Kracht, die zwei Patenschaften bei Plan übernommen hat. "Wir wollen aber auch zeigen, was Mädchen stark macht, wie sie Selbstvertrauen und den Mut, für ihre Rechte einzutreten, vermittelt bekommen", betont Ute Kretschmann von Plan Deutschland. Jugendliche der Paul-Robeson-Mittelschule, die die Schau bereits besichtigten, fanden sie äußert spannend. "Ich kann sie nur empfehlen. Es ist aufregend, sich in eine andere Lebenswelt zu versetzen", erzählt beispielsweise Kristin. Es gibt viele Mitmach-Angebote. Wer Lust hat, kann Hände oder Füße für eine indische Hochzeitszeremonie bemalen, Tattoos erstellen, Brautgewänder anprobieren oder am Schicksalsrad drehen.
Die Ausstellung spart grausame Traditionen nicht aus, die in abgetrennten Stationen vorgestellt werden. "Eltern können selbst entscheiden, ob sie sich mit kleineren Kindern diesen Themen widmen möchten", erläutert Ute Kretschmann. Dabei geht es beispielsweise um die Beschneidung in Afrika, aber auch die Abtreibung weiblicher Föten in Indien. "Dort weinen Eltern, wenn ein Mädchen geboren wird. Denn sie müssen eine teure Mitgift zahlen. Deshalb verschwinden dort viele Mädchen, werden einfach getötet." Zur Ausstellung gehört ein umfangreiches Begleitprogramm mit Workshops, Vorträgen und Führungen. Ergänzend wird auch die Mädchenwelt hierzulande thematisiert. Die Schau richtet sich an Besucher ab acht Jahren auch an Jungs und Männer.
Von Mathias Orbeck
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