Machen Sie Mädchen stark – Jetzt Pate werden mit Plan

Süddeutsche Zeitung | 13. Oktober 2008

Mädchenelend in der Dritten Welt

Amelie kommt als Tochter eines Fischers in Indien zur Welt und wird gezwungen, Teppiche zu knüpfen. So steht es auf dem „Schicksalsrad“, an dem sie gerade gedreht hat. Das Rad steht am Eingang der Ausstellung „Weil wir Mädchen sind…“, die seit Freitag im Museum Mensch und Natur zu sehen ist. Die 14-jährige Amelie ist in Wirklichkeit Tochter eines Verlegerehepaars, geht in die neunte Klasse der Maria-Ward-Mädchenschule in München und hat noch nie einen Teppich knüpfen müssen. Glück gehabt. Was es hingegen bedeutet, als Mädchen in der Dritten Welt aufzuwachsen, sollen sie und ihre Mitschülerinnen der 9c anhand des Alltags dreier fiktiver Mädchen begreifen: Djenebou aus Mali, Asha aus Indien und Yoselin aus Ecuador haben es schwer. Sie sind arm und zudem als Mädchen in ihren Ländern benachteiligt. In drei Bereichen kommen die Besucher unter anderem an einem indischen Klassenzimmer, einer afrikanischen Rundhütte und dem Innenraum eines klapprigen Anden-Busses vorbei. Dort hören, sehen und erleben sie den Alltag der Mädchen über Lautsprecher, in Filmen oder indem sie selbst Wassereimer auf dem Kopf tragen, Hirsekörner zu Mehl zerstampfen oder Teppiche knüpfen. Und sie erfahren auch etwas über die großen Sorgen der drei Mädchen: Aids, Beschneidung und sexuelle Gewalt.


Von Konstantin Kaip



Weil wir Mädchen sind... Eine Erlebnisausstellung vom Kinderhilfswerk Plan
25. Januar bis 26. Mai 2012 | Käfigturm – Ein Polit-Forum des Bundes, Bern/Schweiz