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| Machen Sie Mädchen stark Jetzt Pate werden mit Plan |
WAZ Westdeutsche Allgemeine | 30. November 2009
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Keine Zeit zum Spielen
Eine neue Erlebnisausstellung in der DASA zeigt Mädchenwelten aus Asien, Afrika und Lateinamerika zentrales Thema ist Kinderarbeit. Titel der Ausstellung: "Weil wir Mädchen sind …".
DORTMUND “Ich bin wirklich total verliebt in Marco und jetzt bin ich schwanger.” Frida ist 13 Jahre alt. Sie lebt in den Anden ein harter Ort für ein Mädchen. Schon früh hat Frida angefangen zu arbeiten. Bald wird sie für zwei sorgen müssen, denn die Aussichten, dass ihr geliebter Marco für sie sorgen wird, sind schlecht.
Die Geschichte von Frida können sich die Besucher der Ausstellung “Weil wir Mädchen sind …” in der DASA anhören, die an diesem Sonntag, 22. November, eröffnet wird. Mädchen aus Indien, Afrika und Lateinamerika erzählen Geschichten aus ihrem Leben. Sie handeln von Kinderarbeit, Armut, von sexuellen Übergriffen, davon, dass Mädchen in vielen Ländern schlechter behandelt werden als Jungen, als Kinder zweiter Klasse.
Ein hartes Thema ist es, das sich die Macher der Wanderausstellung vom Verein Plan International vorgenommen haben. Trotzdem ist es ihnen gelungen, die Themen unterhaltsam aufzubereiten, so dass die Besucher nicht mit einem flauen Gefühl im Magen nach Hause gehen, sondern mit der Gewissheit, etwas gelernt, die Welt ein bisschen besser kennengelernt zu haben. Man könnte die Ausstellung sogar besuchen, ohne sich überhaupt mit den Schwierigkeiten der Mädchen auseinander zu setzen. Denn Plan International hat die Ausstellung so konzipiert, dass die harten Geschichten in separaten Räumen erzählt werden, so dass die Besucher selbst entscheiden können, was sie wissen wollen und welche Informationen sie lieber aussparen.
“Weil wir Mädchen sind …” ist eine Ausstellung zum Mitmachen. Landestypische Kleidung, improvisierte Spielzeuge, originale Wohnungseinrichtungen das Leben der Mädchen lässt sich im wahrsten Sinne des Wortes erleben. In jedem Raum gibt es einen exemplarischen Tagesplan, auf dem steht, was Mädchen in den jeweiligen Ländern üblicherweise erledigen müssen.
“Schon mal versucht, einen Eimer Wasser auf dem Kopf zu balancieren?” In der Mädchenwelt Afrika können Besucher am eigenen Leib erfahren, was die Mädchen dort so leisten müssen. Gar nicht so einfach. Jeden Tag müssen die Kinder zum Dorfbrunnen laufen, fließendes Wasser ist selten. Einen Brunnen gibt es auch in der Ausstellung. An der Seilwinde haben die Ausstellungsmacher Zettel mit Aberglauben befestigt. Unsinniges ist dort zu lesen, wie: “Wenn man eine Schlange zur Welt bringt, muss man sie zum Gürtel machen”, aber auch unglaubliches, wie: “Sex mit einer Jungfrau heilt Aids”.
Zentraler Anlaufpunkt der Mädchenwelten ist ein Raum, in dessen Mitte ein Glücksrad steht. Nicht Sachgewinne, sondern Schicksale winken dort. Einer der Hauptgewinne: Wer als Tochter eines indischen Arztes geboren wird, kommt in den Genuss von Schauspielunterricht und einer guten Erziehung. Pech gehabt hat, wessen Rad beim alkoholabhängigen Vater aus Köln Halt macht, der sein Kind nicht fördert, oder beim mittellosen Bauern aus Indien, der die Tochter schon mit acht Jahren verheiratet.
Von Nina Estermann
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